Um von Tarrafal nach Praia zu kommen, gibt es nur ein Transportmittel – das Sammeltaxi.
Bushaltestelle mit bequemen Wartesessel.

Sammeltaxis – sogenannte Aluguer – dabei handelt es sich meist um Kleintransporter, manchmal auch um PickUps mit offener oder mit einer Plane überdeckten Ladefläche. Sie befahren bestimmte Strecken, die seitlich an der Karosserie angeschrieben sind.

Wir haben den großen Vorteil gehabt, dass unser Aluguer ein Kleinbus war – vollgestopft mit 15 Personen und dem „Teufelsfahrer“.
Einfach wunderschön und beeindruckend, was Santiago im Innenland und „Hochgebirge“ zu bieten hat. Wo ein Plätzchen frei ist, wird Mais angebaut. Er ist zur Zeit zum Ernten, aber die Pflanze wird sicherlich nicht mehr als 1 m hoch. Dazwischen sieht man Bohnen, Kürbis und Zucchini, die sich um die Maispflanzen schlängeln.

Immer wieder sieht man Bauern, die mit der Sichel in den Hängen Gräser schneiden. Diese werden dann mit dem Esel zur Straße transportiert und ein PickUp wird dann vollbeladen — mit Gras und Leuten.
Spitzblättrige Agaven säumen den Weg. Es handelt sich um Sisal-Agaven, Aus ihren Fasern werden Sisalseile hergestellt. Leider neigt die Pflanze zur Verwilderung – man sieht sie auf der ganzen Insel.
Ab und zu muss ich schon wegschauen, vor allem wenn am Straßenrand Frauen lebende Henderln, winzige Schweinderln und Enten lebendig mit zusammengebundenen Füßen in der brütenden Sonne. Ohne Worte!
Unser Aluguer hält in Praia am Mercado de Sucupira. Dieser ist befestigt wie eine Burg. Nur wenige Eingänge führen hinein. Innen verirrt man sich in einem Labyrinth von schmalen Gängen. Die Händler schützen ihre Stände durch Markisen gegen die gleißende Sonne. In verschlossenen Fässern lagert über Nacht die Ware.


Ausgepackt wird allmorgendlich aufs Neue und dann geht das Handeln los. Über afrikanische Kleidung, Modeschmuck und Schuhe hinaus, gibt es alle erdenklichen Non-Food-Artikel: von der Zahnbürste Kochgeschirr, Bettwäsche, Koffer, etc. Damit einem beim Durchflanieren und beim Shoppen nicht die Kraft verlässt befinden sich im Zentrum des Marktes mehrer kleine Restaurants, die leckere Kleinigkeiten anbieten. (Na ja, da gehen die Meinungen auseinander, Geschmäcker sind verschieden und der mitteleuropäische Standart wird von der Hygieneseite her sicher nicht eingehalten. Aber riechen tut es fantastisch.)
Praia ist die Hauptstadt der Kap Verden und mit rund 130.000 Einwohnern auch die größte Stadt. Parlament und Regierung haben hier ihren Sitz. Verwaltet wird Praia vom Plato aus. Dieser Stadtteil wirkt beinah europäisch, wenn hier nicht der Gemüse- und Gewürzmarkt mit afrikanischem Flair wäre. Dieser Markt ist einfach umwerfend. Ich könnte einkaufen und einkaufen und einkaufen. Ich würde gerne für euch Früchte mit nach Hause nehmen, aber solange werden sie nicht halten.


Wir spazieren über den großen Park einem Springbrunnen ohne Wasser, aber vielen Blumen.

Die ausländischenBotschaften und schicke Villen reihen sich entlang der Prai Rainha auf. Oberhalb befindet sich das Ausgehviertel.

Es gibt ein ethnologisches Museum in Praia mit einigen interessanten Stücken.

Anschließend geht es mit dem Sammeltaxi wieder nach Tarrafal zurück – Kostenpunkt ca. 5 Euro und 1,5 h aufregende Fahrt durchs Landesinnere.